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Lerntheorie und die 4 Quadranten packend erklärt

Lerntheorie 4 Quadranten

Was bedeutet Lerntheorie?

Die Lerntheorie befasst sich mit dem Prozess des Lernens und wie Verhalten durch Erfahrungen und Interaktionen mit der Umwelt beeinflusst wird. Zwei wichtige Konzepte in der Lerntheorie sind die klassische Konditionierung und die operante Konditionierung.

Die klassische Konditionierung bezieht sich auf die Assoziation von zwei Reizen miteinander, wobei ein neutraler Reiz durch wiederholte Paarung mit einem unbedingten Reiz eine Reaktion auslöst. Ein bekanntes Beispiel ist der Pawlowsche Hund, bei dem ein Hund durch das Klingeln einer Glocke vor dem Füttern lernt, den Glockenklang mit dem Futter zu verbinden.

Die operante Konditionierung hingegen bezieht sich auf die Verstärkung oder Abschwächung von Verhalten basierend auf den Konsequenzen, die diesem Verhalten folgen. Belohnungen verstärken gewünschtes Verhalten, während Bestrafungen unerwünschtes Verhalten abschwächen. Durch die Anwendung dieser Prinzipien können Lernprozesse gezielt beeinflusst und Verhalten geformt werden.

Insgesamt ermöglichen die klassische und operante Konditionierung, Verhaltensänderungen zu verstehen und zu beeinflussen, sowohl bei Tieren als auch bei Menschen. Die Lerntheorie bietet somit einen Rahmen, um die Mechanismen des Lernens zu erforschen und effektive Lehr- und Trainingsmethoden zu entwickeln.

Operante Konditionierung

Die Operante Konditionierung ist ein wichtiger Begriff in der Verhaltenspsychologie, der besagt, dass Verhalten durch Konsequenzen gelernt und verstärkt wird. Zwei bedeutende Wissenschaftler, Edward Thorndike und B.F. Skinner, haben massgeblich zur Entwicklung und Verbreitung dieser Lerntheorie beigetragen.

Edward Thorndike (1874—1949) war ein Pionier auf dem Gebiet des Lernens durch Versuch und Irrtum. Er führte Experimente mit Katzen durch, um zu untersuchen, wie Tiere auf Belohnungen und Bestrafungen reagieren. Seine Forschung führte zur Formulierung des Gesetzes der Effektgesetzmässigkeit (Law of effect), das besagt, dass Verhalten, das zu angenehmen Konsequenzen führt, verstärkt wird.

B.F. Skinner (1904—1990) baute auf den Ideen von Thorndike auf und entwickelte das Konzept der operanten Konditionierung weiter. Er führte Experimente mit Tauben und Ratten durch, um zu zeigen, wie Verhalten durch Belohnungen und Bestrafungen geformt werden kann. Skinner betonte die Bedeutung von Verstärkern und Bestrafungen bei der Gestaltung des Verhaltens.

Zusammen haben Thorndike und Skinner die Lerntheorie nachhaltig beeinflusst, indem sie gezeigt haben, wie Verhalten durch Konsequenzen modifiziert werden kann. Ihre Forschung legte den Grundstein für das Verständnis von Lernprozessen und Verhaltensänderungen bei Mensch und Tier. Die Prinzipien der operanten Konditionierung sind heute in verschiedenen Bereichen der Psychologie und Pädagogik weit verbreitet und finden Anwendung in der Verhaltensmodifikation und Therapie.

Begriffe «Verstärkung» und «Strafe»

Der Begriff Verstärkung im Sinne der Lerntheorie besagt, dass Verhalten häufiger und öfter gezeigt wird. Der Begriff sagt nichts über die zugrunde liegenden Emotionen aus.

Bei der Strafe wird Verhalten weniger. Hier liegt immer eine unangenehme Emotion zugrunde.

Begriffe «positiv» und «negativ»

Positiv beschreibt bei der operanten Konditionierung, dass irgendetwas (schönes oder unangenehmes) hinzu kommt. Hinzu kommen kann eine Belohnung wie ein Leckerli, Lob oder Spiel. Dann wird Verhalten verstärkt.

Es kann aber auch etwas Unangenehmes (aversiver Reiz) gegeben werden wie Leinenruck, laut schimpfen oder körperlich abblocken. Dadurch wird das Veralten weniger, es ist also eine Strafe.

Unter negativ versteht man, dass etwas weggenommen wird. Auch hier kann dies etwas Unangenehmes sein, wie der Druck auf den Rücken für ein Sitz. Geht der Hund ins Sitz lässt der Druck nach. Sitz wird dadurch häufiger gezeigt.

Oder es wird etwas Angenehmes entzogen wie die Aufmerksamkeit des Menschen (ignorieren). Dadurch soll das Verhalten weniger werden. Häufig wird dies beispielsweise beim Aufbau des Signals «sein lassen» gezeigt (es gibt aber einen viel schöneren Weg!).

Die 4 Quadranten

Nachfolgend werden die vier Quadranten der Lerntheorie nochmals bildlich gezeigt.

Es funktionieren alle Quadranten, das besagt ja die Lerntheorie. Das positive Hundetraining ist aber eine bewusste Entscheidung oder gar Lebenseinstellung, dem Hund Signale oder Verhalten über die positive Verstärkung beizubringen.

Im Alltag lassen sich die anderen Quadranten aber nicht gänzlich vermeiden. Alleine schon durch all die Grenzen und Vorschriften, die Hunde bei der Art, wie wir leben, haben.

Positive Verstärkung

Emotion: Freude

Lerntheorie positive Verstärkung

Positive Strafe

Emotion: Angst, Unsicherheit, Schmerz

Lerntheorie positive Strafe

Negative Verstärkung

Emotion: Erleichterung

Lerntheorie negative Verstärkung

Negative Strafe

Emotion: Enttäuschung, Frust

Lerntheorie negative Strafe

Weiterführende Informationen

Möchtest Du mehr über die Möglichkeiten des Lernens wissen und das positive Hundetraining anwenden? Ich stehe Dir gerne unterstützend zur Seite.

Kampagnen über positives Hundetraining

Kampagne von #PositiveRocks!®: https://www.positive-rocks.com

Gemeinschaft von Menschen mit Hund, Hundeschulen, Vereinen, Trainerinnen und Trainern, die sich grundsätzlich zu gewaltfreiem Hundetraining auf Basis der neuesten verhaltenswissenschaftlichen Erkenntnisse verpflichten: https://trainieren-statt-dominieren.de