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Farben begleiten uns ständig – doch was passiert, wenn wir sie weglassen?
Nach meinem letzten Beitrag über Farbe & Farbsysteme richtet sich der Blick nun auf ein weiteres Modul aus meinem Studium an der OfG / Online-Schule für Gestaltung: die Auseinandersetzung mit der reinen Form. Im Modul «Monogramme» standen meine Initialen im Mittelpunkt – ganz ohne die Ablenkung durch Farbe, reduziert auf Schwarz und Weiss.
Diese Übung liegt inzwischen schon einige Zeit zurück, doch sie hat einen Prozess angestossen, der weit über die eigentliche Aufgabe hinausging.
Hinweis: Bei den folgenden Einblicken handelt es sich um eine Auswahl; der eigentliche Skizzenprozess war weitaus umfangreicher.
Die Herausforderung: Drei Kategorien, drei Charaktere
Die Aufgabenstellung war präzise: Ich sollte drei eigene Monogramme in den Kategorien Serifenschrift (Antiqua), Grotesk und Schreibschrift (kalligrafisch) entwickeln. Ziel war es, die Initialen meiner Identität in unterschiedliche typografische Welten zu übersetzen. Dabei habe ich mich intensiv in die Arbeit mit Vektorgrafiken vertieft und gelernt, wie entscheidend kleinste Details bei der Formfindung sind.

Antiqua: Das Spiel mit Positiv- und Negativraum
Mein erster Entwurf basierte auf einer klassischen Serifenschrift. Hier lag der Reiz in der Schlichtheit: Die beiden Versalien (so nennt man in der Fachsprache die Grossbuchstaben) stehen klar nebeneinander. Was das Monogramm jedoch spannend macht, ist die feine Wahrnehmung der Positiv- und Negativräume. Es war eine Lektion darin, wie Schwarz und Weiss miteinander kommunizieren, um eine ausgewogene Buchstabenmarke zu schaffen.

Grotesk: Kompakte Verschmelzung im Retro-Stil
In der Groteskvariante ging ich einen Schritt weiter in Richtung Abstraktion. Ich nutzte Kleinbuchstaben (Minuskeln) und liess die Formen ineinandergreifen – beispielsweise, indem ich einen Bogen als Negativform in den anderen schnitt. Durch die gerundeten Abschlüsse bekam die Arbeit einen hübschen Retro-Stil. Hier lernte ich, wie man durch Verdichtung eine sehr kompakte Einheit schafft.

Kalligrafie: Organische Formen und ihre Grenzen
Der dritte Entwurf war am freiesten: Eine organische, selbst erstellte Form in Breitfederanmutung. Es war der originellste und schwungvollste Versuch, doch er lehrte mich auch eine wichtige Grenze: Die Lesbarkeit. Durch den Fokus auf die dynamische Komposition ging die Eindeutigkeit der Buchstaben teilweise verloren – ein wertvoller Hinweis darauf, dass Gestaltung immer die Balance zwischen Ausdruck und Klarheit halten muss.

Was ich aus der Rückmeldung gelernt habe
Die konstruktive Analyse der OfG war sehr ermutigend. Besonders die «spielerische Experimentierfreude» wurde hervorgehoben. Ich habe erkannt, dass ich mutig an die Grenzen der Lesbarkeit gehe, was in der Kunst spannend, im Design aber eine bewusste Entscheidung sein muss.
Vom Übungsstück zum eigenen Zeichen
Obwohl ich im Studium mittlerweile schon etwa sechs Module weiter bin, lässt mich dieses Thema nicht los. Das Besondere an diesem Modul war, dass ich eines der Konzepte – unabhängig vom Studium – persönlich weitergeführt und weitergedacht habe.
Während ich für meine neue App Jot Diary ein funktionales Icon (quasi ein Logo) entworfen habe, steht das Monogramm für meine persönliche gestalterische Identität in Projekten, die derzeit noch im Hintergrund wachsen. Es ist ein lebendiges Beispiel für mein Motto: «Texte und Gestaltungen, die aus Erfahrung entstehen und offen bleiben.»
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Formfindung

Verknüpfung

Eigenes Zeichen

Ergänzung zur Bildmarke: Wort-Bild-Zeichen

Mein persönliches Fazit
Dieses Modul war für mich ein intensiver Einblick in die Welt der Schriften und Vektoren. Es hat meinen Blick für Form, Detail und typografische Zusammenhänge geschärft und mir gezeigt, wie viel Aussage in reduzierten Mitteln liegen kann.
Gestaltung ist für mich ein Privileg. Ich bin dankbar für die Möglichkeit, mich durch solche Aufgaben stetig weiterzuentwickeln und verantwortungsvoll mit den Talenten umzugehen, die mir anvertraut sind.
Ausblick
Der Weg geht weiter: In den nächsten Beiträgen teile ich meine Erfahrungen aus weiteren Modulen meines OfG-Studiums – unter anderem aus dem Bereich Editorial– und Logodesign. Dabei geht es auch um die Spannung zwischen persönlichem Geschmack und strategischer Gestaltung.
Wenn du Fragen zu meinem Lernweg oder zur Gestaltung von Monogrammen hast, freue ich mich über einen Austausch.
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