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Farben begleiten uns ständig, oft ohne dass wir es bewusst merken. Im Modul «Farbe und Farbsysteme» an der OfG / Online-Schule für Gestaltung durfte ich mich intensiver mit dieser stillen, aber kraftvollen Sprache beschäftigen. Die Aufgabe liegt inzwischen schon ein paar Monate zurück und war eines der ersten Module meines Studiums – ein früher Schritt auf einem Weg, für den ich sehr dankbar bin. Für mich ist es ein Geschenk, lernen und gestalten zu dürfen und das Beste aus den Möglichkeiten zu machen, die mir anvertraut sind.
Die Aufgabe: Vier Stimmungen aus Papier
Die Aufgabe war bewusst analog gehalten: Aus Magazinen Farbschnipsel ausschneiden und daraus vier Stimmungsbilder gestalten. Eine kleine Herausforderung war, dass ich kaum Magazine besitze – also hiess es improvisieren. Gerade das hat den Prozess spannend gemacht: Mit begrenztem Material trotzdem klare Stimmungen herauszuarbeiten.
Ich habe mich für diese vier emotionale Begriffe entschieden (alternativ wären auch die vier Jahreszeiten möglich gewesen):
- Liebe
- Sportlichkeit
- Gesundheit
- Melancholie
Die folgenden Bilder geben einen kleinen Einblick in den Entstehungsprozess.


Ein weiterer Schritt bestand darin, die Collagen einzuscannen und digital nachzubearbeiten. Die einzelnen Farbfelder sollten sauber ausgerichtet sein, ohne krumme Kanten, Überlappungen oder kleine Unsauberkeiten. Für mich war das komplettes Neuland und hat deutlich mehr Zeit in Anspruch genommen, als ich erwartet hatte. Gleichzeitig war es eine gute Übung, präziser zu arbeiten und mich mit den digitalen Werkzeugen vertraut zu machen.

Dabei nutze ich bewusst nicht immer die grossen, abonnementbasierten Branchenprogramme, sondern arbeite gern mit guten Alternativen. Für Kundenprojekte greife ich selbstverständlich auf die gängigen Standards zurück, aber im Studium und bei eigenen Übungen probiere ich gern andere Lösungen aus – das erweitert meinen Blick und hält mich flexibel.
Was ich aus der Rückmeldung gelernt habe
Die Rückmeldung der OfG hat mir geholfen, meine Arbeit aus einem neuen Blickwinkel zu sehen. Insgesamt konnte ich die Stimmungen gut erfassen, doch an einigen Stellen wurde mir bewusst, wie viel Potenzial in reiner Farbwirkung steckt.
Liebe
Mein Stimmungsbild zeigte zwar verschiedene Facetten des Gefühls, war aber in ein eher kühles Umfeld eingebettet. Ausserdem wurde deutlich, dass ich mich zu sehr auf die Herzform verlassen hatte. Das hat mir gezeigt, wie stark Farben allein sprechen können – ganz ohne Symbolik.

Sportlichkeit
Hier entstand eine interessante Spannung zwischen Ruhe und Dynamik, unterstützt durch einen angedeuteten Komplementärkontrast. Das hat mir gezeigt, wie fein Farbklänge Bewegung ausdrücken können.

Gesundheit
Der harmonische Verlauf über viele Farbbereiche hinweg wurde positiv hervorgehoben. Die freundliche, lichte Palette transportierte das Thema gut – ein schönes Beispiel dafür, wie Farben Leichtigkeit vermitteln.

Melancholie
Die entsättigten, abgetönten Töne trafen die Stimmung gut. Kleine farbliche Akzente sorgten für Bewegung im Bild – ein Hinweis darauf, dass Melancholie nicht nur Schwere, sondern auch Tiefe und Nuancen hat.

Mein persönliches Fazit
Dieses Modul hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, Farbe bewusst und differenziert einzusetzen. Ich habe gelernt, genauer hinzuschauen, mutiger zu reduzieren und mich stärker auf die Wirkung von Farbklängen zu verlassen.
Und ich bin dankbar für jeden Schritt dieses Lernprozesses. Für mich ist Gestaltung nicht nur ein Handwerk, sondern auch eine Möglichkeit, das Beste zu geben mit dem, was mir an Begabung und Gelegenheit anvertraut wurde.
Ausblick
In weiteren Beiträgen möchte ich noch andere Module vorstellen: Monogramme, Gestaltung eines Magazincovers und Logodesign. Alle haben ihre eigenen Geschichten und Lernmomente – aber das erzähle ich ein andermal.
Wenn dich mein Lernweg oder meine Projekte interessieren, freue ich mich über Austausch. Du kannst mich jederzeit kontaktieren.
