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Abschied nehmen, Haushalt auflösen: Unsere emotionale Reise in ein neues Zuhause

Abschied - Stimmungsfoto am See

Neustart, Abenteuer und ein paar ungeplante Überraschungen

Seit unserem letzten Update ist einiges passiert – und wir haben viel zu erzählen! Die letzten Wochen waren prall gefüllt mit Abschieden, Vorbereitungen und kleinen Abenteuern. Im April hiess es: «Auf in die Schweiz!» – nicht etwa für Ferien, sondern um die definitive Auswanderung zu organisieren. Dazu gehörte auch, dass ich meinen treuen Camper ALMI bei der Schweizer MFK vorführen musste. Spoiler: Er hat bestanden (mit Kleinigkeiten), aber die Nervosität meinerseits war trotzdem gross! 

Unser Weg begann im verschneiten Glommersträsk, wo wir uns durch winterliche Landschaften kämpften. Nach rund 300 Kilometern war der Schnee dann endgültig Geschichte – zumindest auf der Strasse. Lina und Ayla liessen sich davon nicht beirren: Jeder noch so kleine Schneefleck wurde ausgiebig zelebriert, und sobald der erste grüne Grashalm spross, stürzten sie sich auch darauf, als wäre es ein Festmahl. 🤣 

In Südschweden konnte ich mit meiner Canon ein paar magische Stimmungsbilder einfangen – Bilder, die ihr unbedingt sehen müsst! Doch dann kam der Abschied aus Schweden… und der verlief nicht ganz reibungslos. Bevor wir mit der Fähre von Trelleborg nach Rostock aufbrachen, gab’s noch eine «Abschiedsüberraschung»: eine Parkbusse. Das Pech? Ich hatte das Schild beim Einparken schlicht übersehen und sass sogar im Camper, um am Laptop zu arbeiten. Und trotzdem: Busse inklusive. Tja, man lernt nie aus – ab sofort wird jeder Parkplatz zweimal gecheckt!

Wiedersehensfreude, Blütenpracht und ein besonderer Ausflug

Zurück in der Schweiz wurden wir mit strahlenden Gesichtern und herzlichen Umarmungen empfangen – auch wenn unser Haus selbst fast leer war. Umso schöner war es, Familie und Freunde nach langer Zeit wiederzusehen! 

Höhepunkt der Wiedersehensfreude? Ein Familienausflug ins Elsass am 1. Mai, bei dem wir eine gemütliche Auberge unsicher machten. Auf dem Tisch: knuspriger Flammkuchen, würziger Käse und eine süsse Tarte aux Myrtilles (Heidelbeertorte zum Niederknien!). Während wir uns durch die Köstlichkeiten assen, sorgten die Hunde für Unterhaltung: Lina, tendenziell ja eher aufgeregt und nervös, meisterte das Chaos mit ungeahnter Gelassenheit. Ayla hingegen liess mich staunen – für sie war eine solche Umgebung wohl ein echtes Premieren-Erlebnis. Am Ende haben es beide Hunde toll gemeistert… und hatten sicher das eine oder andere Bröselchen ergattert. 😉 

Zurück im fast leeren Haus war der Garten meine kleine Oase. Während es um mich herum immer leerer wurde, entfalteten die Blumen ihre ganze Pracht – leuchtende Azaleen, Lilien, Rosen und das saftige Grün des Frühlings. Mit meiner Canon fing ich den schönen Blütenzauber ein und liess mich einfach von der Schönheit verzaubern. Ehrlich gesagt: Diese Momente des Innehaltens, nur ich, die Kamera und die Natur, waren genau das, was ich zwischen all den Abschieden brauchte.

Doch trotz aller Freude schwang immer auch Wehmut mit: Jedes Lachen, jeder Spaziergang durch den vertrauten Ort fühlte sich an wie ein leises «Auf Wiedersehen». Und während wir die letzten Vorbereitungen trafen, wuchs die Vorfreude auf das, was in Schweden wartete: ein neues Zuhause, das bald gefüllt sein würde – mit Leben, Erinnerungen und sicherlich viel Chaos.

Warten, Wandern und ein Abschied unter Gipfeln

Mit ALMI, der die technische Inspektion bei der Motorfahrzeugkontrolle glücklich überstanden hatte, und einem praktisch aufgelösten Haushalt, hätten wir eigentlich startklar sein können. Doch ein wichtiger Termin verzögerte unsere Abreise – also blieben wir noch etwas in der Schweiz. Und siehe da: Der Sommer meldete sich mit voller Wucht! Bei brütender Hitze beschlossen wir kurzerhand, in die Berge zu flüchten. 

Was für eine Erlösung! In den kühlen Höhenlagen der Schweizer Alpen fanden wir nicht nur Abkühlung, sondern auch unerwartete Magie. Auf einer Passhöhe tauchten plötzlich Steinböcke auf – majestätisch, als wären sie direkt aus einer Postkarte entsprungen. Mit meiner Canon im Anschlag pirschte ich mich vorsichtig näher, während die Hunde gebannt, aber still bei ALMI blieben. Das Licht der Abendsonne tauchte ihre gebogenen Hörner in Gold, und für einen Moment war die Welt nur noch dieses Bild: wild, frei, urtypisch Schweiz. Klick.

Und während wir die Gipfel erkundeten, gab es noch einen Grund zu feiern: Ayla wurde im Juni stolze 12 Jahre alt! 🎉 Ehrlich gesagt – wer hätte das gedacht? Die Art, wie sie über Felsen sprang, neugierig die Natur inspizierte und selbst steile Passagen meisterte, hätte niemandem ihr Alter verraten. Lina, die alte Bergprofi-Hündin, dagegen wirkte fast ein wenig gelangweilt: «Alles schon gesehen, Chefin. Wo bleibt die Action?» 😂 

Doch je tiefer wir in die Berge vordrangen, desto stärker wurde das Gefühl, dass dies ein Abschied für lange Zeit war. Jeder Blick auf die schneebedeckten Viertausender, jeder Duft nach Alpenkräutern – alles wurde plötzlich kostbar. «Eigentlich sind sie schon auch schön, unsere Berge», flüsterte ich mir zu, während Ayla versonnen vor den Alpenrosen posierte. 

Impressionen von unterwegs 😊

Am nächsten Tag packten wir die Rucksäcke ein letztes Mal. Der Termin rückte näher, und mit ihm die Erkenntnis: Bald hiess es wirklich Lebewohl sagen. Doch die Berge hatten uns gegeben, was wir brauchten – Kraft, Erinnerungen und die Gewissheit, dass wir immer zurückkehren können.

Abschied nehmen, Haushalt auflösen: Unsere emotionale Reise in ein neues Zuhause | Abschied

Der lange Weg gen Norden – und endlich Zuhause

Es war so weit! Mitte Juni starteten wir bei hochsommerlichen Temperaturen endlich Richtung Schweden. Doch vor der Freiheit kam noch ein letzter Test: der Zoll. Formulare, Stempel, neugierige Blicke auf die Hunde – aber nach gefühlten 100 Jahren (okay, zwei Stunden) winkte die Beamtin uns mit den entsprechenden Papieren durch. 

Die Fahrt über die deutschen Autobahnen war ein Geduldsspiel (wobei wir hatten Glück, es ging ganz gut), doch je weiter wir nach Norden kamen, desto mehr veränderte sich die Welt. Statt Verkehrslärm: Wind, der durch offene Fenster pfiff. Statt Betonwüsten: endlose Wälder, Seen wie Spiegel und ab und zu ein Reh am Strassenrand (leider keine Elche). Wir hatten uns für den Inlandsvägen entschieden – Schwedens längste Postkarte. Keine Eile, nur das sanfte Rattern von ALMIs Motor. «Geschwindigkeit ist überbewertet», dachte ich, als wir an einem See haltmachten, um die Beine zu vertreten. Lina stürmte sofort ins Wasser, als wäre sie ein Labrador, während Ayla bloss keine nasse Pfote riskieren wollte. Typisch. 😅 

Und dann, am 20. Juni, passierte es: Wir erreichten Schweden genau zu Midsommar, dem Fest des Lichts. Die Dörfer waren wie leergefegt, jeder schien irgendwo zu tanzen, Blumenkränze zu tragen oder Hering zu essen. Doch wir? Wir suchten Stille. Statt Feierlaune gab es ein Picknick am Waldrand, begleitet von Vogelgezwitscher und dem sanften Schnarchen zweier müder Hunde. «Perfekt», flüsterte ich, als die Mitternachtssonne den Himmel in Rosa tauchte. 

Die letzten Kilometer nach Glommersträsk waren wie Medizin. Mit jedem Meter nordwärts wurde die Luft kühler, die Wälder dichter, die Stille tiefer. Als wir endlich in unsere vertraute Einfahrt einbogen, war es, als atmete alles – die Bäume, der See, selbst ALMI – erleichtert aus. «Hej hemma», sagte ich leise, während Ayla und Lina den Garten inspizierten, als hätten sie ihn nie verlassen.

Da, zwischen Mückenstichen, die wie winzige Nadelstiche der Freiheit prickelten, und dem rhythmischen Knacken der Astschere bei den ersten Gartenarbeiten, fiel mir dieser Satz ein, der mich schon seit ein paar Wochen begleitet hatte:

„Kommt alle her zu mir, die ihr euch abmüht und unter eurer Last leidet! Ich werde euch Ruhe geben. Vertraut euch meiner Leitung an und lernt von mir, denn ich gehe behutsam mit euch um und sehe auf niemanden herab. Wenn ihr das tut, dann findet ihr Ruhe für euer Leben. Das Joch, das ich euch auflege, ist leicht, und was ich von euch verlange, ist nicht schwer zu erfüllen.«“

Matthäus‬ ‭11‬:‭28‬-‭30‬ ‭HFA‬‬

Ruhe. Kein Masterplan, keine Garantien, nur dies: ein neues Zuhause unter dem nordischem Himmel, zwei glückliche Hunde und das Wissen, dass genug manchmal alles ist.

Danke fürs Mitgehen auf dieser Reise. In Schweden ticken die Uhren jetzt langsamer … und das ist gut so. 🌲✨

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