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Schrecken am Morgen
Manchmal beginnen die Tage, die am schönsten enden sollen, mit einem Albtraum. So war es letzten Dienstag, an meinem Geburtstag.
Alles fing so harmlos an. Der morgendliche Spaziergang mit den Hunden, die vertrauten Routinen. Lina, ohnehin schon «heiss aufs Jagen», zog ungeduldig an der Leine. Und dann passierte es: Ein unglücklicher Moment, eine ungeschickte Bewegung mit den Handschuhen, und schon glitt mir die Leine aus der Hand. Nicht mal eine Sekunde dauerte es, da hatte sie registriert, dass sie frei war. Ein kurzer Blick – und Lina verschwand blitzschnell im Wald.
Mein Herz blieb stehen. Das darf natürlich nicht passieren, aber leider ist es eben doch geschehen. Und ich kenne Lina. Wenn ihr Jagdtrieb erwacht, hält sie nichts mehr. Sie geht WEIT und MITTEN DURCH. Die Hoffnung, ihre Spur im frischen Schnee zu verfolgen, verflog schnell. Zu viele andere Spuren, zu unerfahren war ich im Lesen dieser weissen Schrift.
Verzweifelt suchte ich Hilfe im Dorf. Doch obwohl die Nachbarn sofort bereit waren, war mit Schneemobilen auf die Schnelle nichts auszurichten. Ein Nachbar machte sich unverzüglich mit Schneeschuhen auf den Weg und suchte die nächsten zwei Stunden unermüdlich. Während ich zuhause auf Lina oder auf Nachricht wartete, rann mir die Zeit durch die Finger. Mit jeder Minute, die verstrich, wuchs die lähmende Angst in mir (und es wird ja sehr früh dunkel!). Es war wie ein schlimmes Déjà-vu – dieses bohrende Gefühl der Hilflosigkeit kannte ich leider nur zu gut.
Dann, in meiner grössten Verzweiflung, sank ich zu Hause in mich zusammen. Die Tränen kamen, und mit ihnen ein Gebet. Ein hilfloser, ehrlicher Ruf zu Gott. Obwohl mir der Kopf vor Sorge schwirrte, griff ich zur Bibel. Ich konnte mich kaum konzentrieren, blätterte – und blieb an einer Stelle hängen: Das Gleichnis vom verlorenen Schaf.
Was meint ihr? Wenn ein Mensch hundert Schafe hat, und es verirrt sich eines von ihnen, lässt er nicht die neunundneunzig auf den Bergen, geht hin und sucht das verirrte? Und wenn es geschieht, dass er es findet, wahrlich, ich sage euch: Er freut sich darüber mehr als über die neunundneunzig, die nicht verirrt waren. So ist es auch nicht der Wille eures Vaters im Himmel, dass eines dieser Kleinen verlorengeht.
Matthäus 18, 12-14 (Schlachter 2000)
Irgendwas in mir zuckte. Fühlte sich das wie eine Antwort an? Eine Aufforderung, nicht aufzugeben? Etwa zweieinhalb Stunden waren bereits vergangen, aber ein neuer Funke Hoffnung war entfacht. Ich beschloss, meine Skier zu nehmen und die Suche selbst aufzunehmen. Ich ging vor das Haus, bereitete mich vor, öffnete die Bindung – und als ich aufblickte, stand sie da.
Lina. Klatschnass, aber heil. Mit Geschirr und Leine, alles noch dran. Bis auf ein paar kleine Schrammen vom Gestrüpp unverletzt. Die Erleichterung und Dankbarkeit, die mich in diesem Moment überflutete, ist kaum in Worte zu fassen. Es war, als hätte sie genau gewusst, wann sie nach Hause kommen musste.
Was an diesem Tag begann wie ein schlimmes Déjà-vu, endete in einer überwältigenden Erfahrung der Geborgenheit. Es war derselbe Hund, dieselbe Situation – aber ich war nicht allein mit meiner Angst. Dieses Mal war es anders, weil ich mich in meiner Verzweiflung an den Herrn Jesus gewandt hatte. Und Er hörte zu.

Schöner Abschluss
Mein Geburtstag fand an diesem Abend einen wunderschönen Abschluss in einem internationalen Weihnachtskaffee im Dorf, mit bereichernden Gesprächen und liebevollen Überraschungen, die ich so nie erwartet hätte. Aus einem Tag, der in Chaos und Angst begann, wurde ein Tag, der mir eines zeigte: Dass wir einen Gott haben, der uns auch im kleinsten Detail hört und führt.

Möchtest du dich austauschen? Ich freue mich auf deine Nachricht.
Dieses Erlebnis hat mich zutiefst berührt und meinen Glauben auf eine neue Art gestärkt. Wenn auch du mehr über meinen Glaubensweg erfahren möchtest oder selbst Fragen hast, zögere nicht und kontaktiere mich gerne! Ich freue mich auf den Austausch mit dir.
